Abteilungen Spielmannszug Geschichte Eigentlich heißt es "Eulen nach Athen tragen", wenn man über unseren Spielmannszug spricht. Wer kennt ihn nicht? Weit über unsere Ortsgrenzen hinaus ist er in aller Munde. Inzwischen erlebte er Auftritte bei allen Sachsentreffen und auch in den alten Bundesländern (Heidelberg - Kirchheim). In den Jahren 1992, 1994 und 1995 erschienen zum Teil recht umfangreiche Berichte über den Marbacher Spielmannszug in der "Freien Presse". Auch im Jahr 1996 brachten wir es auf 10 Auftritte. Höhepunkt war der "Tag der Sachsen" in Torgau. In diesem Artikel sollen nochmals einige wichtige und interessante Daten aus der Geschichte unserer Spielleute aufgefrischt werden. Hervorgegangen ist er aus dem Turnverein. Die Erlebnisse einiger junger Marbacher Turner anlässlich des Leipziger Turnvereins 1922, vor allem das Auftreten von Spielmannszügen, führte zum Wunsch, dieses Spiel mit Pfeifen und Trommeln auch in Marbach einzuführen. Erinnern wir uns der ersten Namen: Max Seifert als eigentlicher Gründer, die drei Schmidt-Buben Hans, Kurt und Richard, Franz Lindner, Kurt Neubert, Kurt Gründig und "Lausbub" Walter Seifert (damals 10 Jahre alt) zählten dazu. An der musikalischen Ausbildung beteiligten sich außer einem Musiker aus Chemnitz besonders Martin und Hans Oehme. Bis zum Bau der Turnhalle 1927 musste zum großen Teil in kleinen Gruppen in den Wohnungen geübt werden. Es gab erste Auftritte, darunter auch zum Turnfest in Leipzig. Nun wurde die Turnhalle die Ãœbungsstätte. Die Älteren unter uns sagen noch heute, dass die Turnhallenweihe ein unbeschreibliches Volksfest für Marbach und Umgebung war. Die erfolgreiche und anerkannte Arbeit des Marbacher Spielmannszuges in seinem ersten Jahrzehnt wurde 1933, durch ein Verbot durch die Nazis, jäh unterbrochen. Drei Instrumente blieben erhalten. Drei Jahre nach Zusammenbruch des Faschismus folgte der Neubeginn. Die folgenden Jahre und Jahrzehnte wurden durch die beiden Leiter Kurt Haase und Wilhelm Nestler geprägt. Zu ihnen kamen jederzeit eine Reihe von Ãœbungsleitern wie Kurt Franke, Kurt Richter, Wolfgang Schubert und andere. 1949 folgte der erste öffentliche Auftritt nach dem 2.Weltkrieg. Ihm folgten jährlich etwa 15 Einsätze zu den verschiedensten Anlässen. Auftritte zu den Höhepunkten im Ort und im Kreis, zu Schul- und Heimatfesten, bei den Deutschen Turn- und Sportfesten in Leipzig, der Vergleich mit den anderen Klangkörpern bis hin zur Meisterschaft des Landes-Musik- und Spielverbandes gehörten in Vergangenheit und Gegenwart zu den Höhepunkten. Dabei spielten Hans Schubert und Georg Keller als organisatorische Leiter immer eine wesentliche Rolle. Gern erinnern sich die Spielleute an ihre Einladung zum Heidelberg-Kirchheimer Fest 1992 (25-jähriges Jubiläum des dortigen Hörner- und Spielmannszuges. Stolz ist man natürlich auch auf die Auszeichnungen und Annerkennungen. Dazu gehören der zweite Platz beim "Musikantenwettstreit am Fichtelberg", die Ehrung im Sender Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz) mit dem "Dankeschön der Woche" am Tag des Starts von Sigmund Jähn in den Kosmos, ein Auftritt auf der Bühne der Stadthalle Chemnitz und selbstverständlich die Aufzeichnung mit dem Titel "Hervorragendes Volkskunstkollektiv". Das klingt alles so einfach - trotzdem sollte noch einmal gesagt werden: Das war und ist alles harte Arbeit mit unwahrscheinlich viel Optimismus und Einsatzbereitschaft. Günter Berthold (Auszug aus Originaltext zu 75. Jahre Spielmannszug Marbach, abgeändert durch Jan Walter (2001)) nach oben Spielmannszug Geschichte Spielmannszug Schul- und Heimatfest 2003